Dackel, Mops, Boxer: Im Tierheim ist die Hölle los

Tierschutz wird in Deutschland großgeschrieben. Wohl auch deshalb werden viele Tiere einfach in Nacht- und Nebelaktionen vor den Türen vieler Tierheime abgestellt. Dabei könnten ausreichende Überlegungen vor dem Kauf des Tieres oder ein probeweiser Umgang dem Tier viel Leid ersparen und Leben retten.

1. Situation in Deutschland

Die Tierheime in Deutschland sind überbelegt. Besonders nach Feiertagen oder vor der Urlaubszeit werden viele Tiere im Tierheim einfach abgegeben. Bei Verlust des Arbeitsplatzes oder durch Krankheit sind Tierhalter oft nicht mehr in der Lage die finanziellen Kosten zu stemmen. Deutschlandweit gibt es 519 Tierheime über den Tierschutzbund. Dort warten ungefähr 30.000 Tiere auf ein neues Zuhause. Daneben existieren noch unzählige private Tierasyle. Da Tierheime sich fast ausschließlich durch Spenden finanzieren, besteht oft ein großes Defizit zwischen den vorhandenen und den benötigten finanziellen Mitteln und dem Platzangebot für die Tiere.

2. Was muss ich beachten, wenn ich ein Tier mitnehmen will

Wenn beim Gassi gehen mit den Tierheimhunden ein weißer Boxer Ihr Herz erobert hat, dann sollten Sie zuerst Ihr Gewissen befragen, ob eine Hundehaltung möglich ist. Die Mitarbeiter des Tierheimes prüfen jeden potenziellen Hundehalter auf Herz und Nieren. Schließlich soll dem Tier ja ein erneuter Aufenthalt im Tierheim erspart bleiben. Die Prüfkriterien sind unterschiedlich. Grundsätzlich gehören:

  • Selbstauskunft über Zusage des Vermieters zur Tierhaltung, Lebensbedingungen des Tieres (Wohnungslage, Größe, Garten) und wie lange das Tier pro Tag allein ist
  • Kontrolle der Angaben durch einen Mitarbeiter des Tierheimes
  • Abschluss eines Übereignungsvertrages für den Hund und Zahlung einer Schutzgebühr
  • Nachkontrolle durch Mitarbeiter des Tierheimes

Verursacht der Hund einen Schaden, haften Hundebesitzer mit ihrem gesamten Vermögen dafür. Deshalb müssen Hundehalter in bestimmten Bundesländern eine Hundehaftpflichtversicherung abschließen. Auf www.vdd-tierhalterhaftpflicht.de werden verschiedene Versicherungen im Vergleich angeboten. In anderen Bundesländern müssen sich Hundehalter selbst die Versicherung abschließen. Eine Police kostet zwischen 60 und 110 Euro im Jahr. Sie sichert folgende Schäden ab:

  • Personenschäden und Sachschäden bis mindestens 3 Millionen Euro
  • Sachschäden bis 1 Million Euro

Hundehaftpflichtversicherungen für Personen- und Sachschäden unter 3 Millionen Euro bieten keine ausreichende Deckung. Eine Hundehaftpflichtversicherung versichert immer den Hund, nicht den Halter. Auch wenn eine andere Person als der Halter mit dem Hund unterwegs ist, greift die Hundehaftpflichtversicherung. Die Schadensersatzsumme sollte möglichst hoch gewählt werden. Die Versicherung greift bei:

  • Verletzungen durch Bisse
  • Unfall im Straßenverkehr
  • Beschädigungen an Bekleidung, Brillen oder elektronischen Gegenständen bei überschwänglicher Begrüßung durch den Hund
  • Schäden an Mietsachen
  • Arzt- und Krankenhauskosten bei Personenschäden
  • Rente für Geschädigte

Hundehaftpflichtversicherungen greifen auch beim Führen ohne Leine, bei der Teilnahme an einer Hundeschau oder einem Turnier und bei Schäden an mobilen Mietsachen oder Mietsachschäden an Gebäuden.

Fazit
Ein Hund aus dem Tierheim verändert das Leben nachhaltig. Eine Hundehaftpflichtversicherung mindert die Sorgen um den neuen Lebensgefährten. So können Sie sich auf die Erziehung des neuen Familienmitgliedes konzentrieren.

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