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Rüstig im Alter – Die Bedürfnisse einer Senior-Katze

Die durchschnittliche Lebenserwartung einer Katze beträgt etwa 15 Jahre, aber einige Katzen erreichen auch ein hohes Alter von 20 oder mehr Jahren. Für das Verhältnis von Katzenjahren und Menschenjahren gibt es keine saubere Formel. Man spricht bei einem Alter von sieben Jahren von einer „älteren Katze“. Diese sieben Jahre entsprechen etwa 44 Menschenjahren. Ab zwölf gilt die Katze als Senior. Das ist mit einem Menschen im Alter von 64 vergleichbar – Zeit für die Rente, also.

Der Alterungsprozess bei Katzen

Die ersten Anzeichen des Alterns zeigt eine Katze für gewöhnlich im Alter von sieben Jahren. Diese Alterserscheinungen sind ganz ähnlich derer, die sich an Menschen auch beobachten lassen. Die meisten Katzen ändern im Laufe der Zeit ihr Verhalten. Sie werden ruhiger und zurückgezogener und neigen dazu, weniger Zeit mit anderen Katzen zu verbringen. Ein Grund für die Verhaltensänderung ist einsetzende Verwirrung und ein Nachlassen der kognitiven Fähigkeit, vergleichbar mit Demenz bei Menschen. Katzen, die älter werden, können auch an Verhaltensstörungen leiden, die durch den natürlichen Verlust an Gehirnzellen verursacht werden. Oft führt dies zu eher harmlosen Problemen wie etwa Schwierigkeiten mit der bisher unproblematischen Tagesroutine. Aber diese Störungen können sich in besonders heftigen Fällen auch durch ungewöhnliches Verhalten manifestieren, wie zum Beispiel Aggression, Ängstlichkeit oder Depression.

Auch ihr Geruchssinn und ihr Geschmackssinn können abnehmen, was dazu führt, dass sie weniger Interesse an Nahrung haben. Diese Tendenz wird zusätzlich dadurch verstärkt, dass ihnen Zähne ausfallen oder sie andere Probleme mit den Zähnen haben. Eine Katze, die in die Kategorie „Senior“ fällt, wird außerdem weniger trinken. Dies kann auf lange Sicht zu Beeinträchtigungen der Nieren führen. Auch andere innere Organe werden durch das Alter nach und nach in Mitleidenschaft gezogen. So kann es bei Seniorkatzen vermehrt zu Herzrhythmusstörungen kommen.

Nachlassende Sinnesschärfe

Weiterhin lassen auch Augen und Gehör mit der Zeit nach. Während viele Katzen oft nur weniger scharf sehen und schwerhörig werden, können einige auch vollständig erblinden oder taub werden. Dies stellt zusätzliche Anforderungen an die Haltung. Auch Spannkraft und Gelenkigkeit lassen mit der Zeit nach. Dies führt dazu, dass die Katze im Senior-Alter weniger Lust auf Bewegung und Spiel hat. Gelenkerkrankungen wie Arthrose können zusätzlich dazu führen, dass die Katze sich nicht mehr bewegt. Die eingeschränkte Bewegungsfreiheit erschwert es der Katze zusätzlich sich regelmäßig zu putzen und zu pflegen, weil nicht mehr alle Stellen ihres Körpers erreichbar sind. Das kann oft dazu führen, dass ihr Fell struppig wird und ihre Haut trocken.

Weil eine Senior-Katze sich weniger bewegt und sich generell im Alter das Verhältnis von Muskelmasse und Körperfett verändert, kann Übergewicht eine weitere Alterserscheinung sein. Das Übergewicht kann dazu führen, dass sich bei der Katze bestehende Beeinträchtigungen der Gesundheit, die durch das Alter verursacht sind, weiter verstärken. Häufige gesundheitliche Probleme, die mit Übergewicht zusammenhängen, sind etwa Herzerkrankungen und Arthrose, aber auch Diabetes.

Einer Senior-Katze helfen

Wenn Du feststellst, dass Deine Katze in ein Alter kommt, in dem ihre Gesundheit nachlässt, gibt es einige Dinge, die Du tun kannst, damit ihr Lebensabend möglichst einfach und angenehm wird.

Eine Senior-Katze braucht deutlich mehr Ruhe und Schlaf als eine jüngere Katze. Gleichzeitig ist es wichtig, dass sie sich sicher fühlen kann. Ein gemütlicher Platz zum Schlafen und Faulenzen in erhöhter Position ist hier eine gute Idee. Von dort aus hat sie alles im Blick und ist nicht von den Geschehnissen ausgeschlossen. Wenn sie Schwierigkeiten hat höher gelegene Orte zu erreichen, etwa weil ihre Gelenke nicht mehr mitspielen oder ihre Muskulatur nachlässt, kannst Du zusätzliche Aufstiegshilfen oder Rampen bereitstellen, die es ihr erleichtern ihre Lieblingsplätze zu erreichen. Auch das Katzenklo sollte ohne Schwierigkeiten zugänglich sein.

Katzen lieben es sich zu bewegen, und Bewegung ist wichtig für ihre Gesundheit. Wenn Katzen alt werden und langsamer werden, können sie jedoch nicht mehr so viel Bewegung bekommen, wie sie es gewohnt sind. Es ist wichtig, dass sie Trost und Geborgenheit bekommen und dazu ermutigt werden sich so viel wie möglich zu bewegen. Wenn die Katzen keine Lust mehr haben draußen zu spielen, kannst Du ihnen ein paar Spielzeuge besorgen, mit denen sie sich drinnen beschäftigen können.

Der nachlassende Bewegungsdrang und der Verlust an Muskelmasse führen auch zu einem veränderten Bedarf an Nährstoffen. Statt Energie braucht es jetzt Proteine und Vitamine. Mit dem richtigen Futter bleibt die Katze auch im Alter gesund.

Fürsorge und Nähe

Wenn Du feststellst, dass Deine Katze an Demenz zu leiden beginnt, solltest Du versuchen für sie eine feste tägliche Routine zu etablieren. Das gibt ihr Halt und Geborgenheit. Außerdem solltest Du in der Wohnung so wenig wie möglich verändern, damit sie sich weiterhin zurechtfinden kann. Wenn Die Katze bisher daran gewöhnt war auf eigene Faust Streifzüge im Freien zu unternehmen, solltest Du darüber nachdenken, sie in Zukunft drinnen zu behalten, damit sie sich nicht verirrt. Zählst Du zu den Glücklichen, die einen Garten haben, dann kannst Du dort einen Bereich einzäunen, in dem die Katze sich weiterhin frei bewegen kann.

Bei vielen Katzen tritt im Alter an die Stelle des Bewegungsdranges ein gesteigertes Bedürfnis nach Streicheln und Kuscheln. Wenn Du Deiner Katze die Nähe gibst, die sie brauchst, kannst Du ihr ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit vermitteln. Außerdem ist das eine gute Gelegenheit ihr bei der Körperpflege zu helfen, die sie wahrscheinlich alleine nicht mehr gut schafft.

Zuletzt solltest Du den Gesundheitszustand Deiner Senior-Katze beobachten und regelmäßig kontrollieren. Einmal in der Woche wiegen kann Dir helfen Übergewicht zu vermeiden oder Krankheiten frühzeitig zu erkennen, die starken Gewichtsverlust verursachen. Idealerweise sollten auch regelmäßige tierärztliche Kontrolluntersuchungen auf dem Programm stehen.

Fit für das dritte Lebensalter

Wie fast alle Lebewesen haben Katzen im Alter mit verschiedenen Beschwerden zu kämpfen. Das ist einfach der Lauf der Dinge. Die Haltung einer Senior-Katze kann zusätzliche Herausforderungen und Schwierigkeiten mit sich bringen. Aber mit ein bisschen Vorbereitung braucht Dein Stubentiger vor dem Herbst des Lebens keine Angst zu haben.

Senior-Katze – FAQ

Wie alt werden Katzen?

Die durchschnittliche Lebenserwartung von Hauskatzen liegt bei 15 Jahren.

Wann ist eine Katze senior?

Eine Katze im Alter von 12 Jahren gilt als Senior-Katze.

Wie viele Katzenjahre sind ein Menschenjahr?

Auf diese Frage gibt es keine eindeutige Antwort. Ein Alter von sieben Jahren bei einer Katze entspricht einem Alter von 44 bei einem Menschen, ein Alter von zwölf ist vergleichbar mit 64 Jahren bei Menschen.

Was sind typische Alterserscheinungen von Katzen?

Mit fortschreitendem Alter lässt bei Katzen der Bewegungsdrang und der Appetit nach. Außerdem können sie an Demenz leiden.

Quellen

Diese Bedürfnisse haben Katzen im Alter – Süddeutsche Zeitung

Alte Katze: Das Zusammenleben mit den Senioren unter den Samtpfoten – Ülzener Magazin

Katzenalter – Welt der Katzen

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